Vor Kurzem fand bei Denkavit in den Niederlanden ein spannendes Seminar über die Auswirkungen von Selen auf oxidativen Stress und das Immunsystem statt. Michele de Marco, Global Scientific & Technical Manager Selisseo  von Adisseo und Charlotte Lauridsen, Professorin für Mikrobiologie und Immunologie an der Aarhus Univerität in Dänemark hielten hierzu interessante Vorträge und diskutierten mit den Anwesenden die Bedeutung des Selentransfers auf die Nachkommen bei Sau und Milchvieh.

Die Rolle von Vitamin E
Charlotte Lauridsen zeigte verschiedene Einflussfaktoren, die neben der Produktivität und der Gesundheit von Ferkeln und Kälbern auch den Selen- und Vitaminhaushalt der Tiere beeinflussen. Rund um das Absetzten herum führt eine verminderte Futteraufnahme gleichzeitig zu einer verminderten Aufnahme an Selen und Vitamin E. Eine ausreichende Zufuhr dieser beiden Stoffe ist insbesondere zu Zeiten eines erhöhten Bedarfs, etwa bei Infektionen und oxidativem Stress vonnöten. Ferkel werden mit einem Vitamin E Mangel geboren. Kurz vor dem Abferkeln steigen die Vitamin E Gehalte im Blutplasma der Sau an und werden auf das Kolostrum übertragen. Das Kolostrum stellt daher eine wichtige Vitamin E Quelle für die Ferkel dar. Ist nun auch der Selengehalt im Kolostrum ausreichend hoch kann eine gute Kolostrumversorgung den Antioxidantienstatus bei Ferklen deutlich verbessern.

Aktuelle Empfehlungen für Selen und Vitamingehalte sollen Mangelsituationen verhindern. Diese Empfehlungen basieren jedoch auf Forschungsergebnissen aus Zeiten niedriger Produktion und erhöhtem Antibiotikaeinsatz und berücksichtigen somit nicht die heutigen Anforderungen, die hinsichtlich guter Gesundheit und einem hohen Leistungsvermögen gestellt werden. Charlotte Lauridsen plädierte daher für eine Überarbeitung der Empfehlungen. Es ist wenig darüber bekannt wie sich ein verbesserter Status an Antioxidantien auf die Immunantwort auswirkt. Wie wichtig eine gute Versorgung an Vitamin E und Selen für Jungtieren, Sauen und Kühe ist um die Schäden durch oxidativen Stress zu begrenzen hingegen schon. Eine optimale Versorgung mit Antioxidantien kann die Widerstandskraft der Tiere gegenüber Infektionen erhöhen und so den Einsatz von Antibiotika reduzieren.

Oxidativer Stress
Michele de Marco stellte die Entstehung von oxidativem Stress sehr gut dar und zeigte auf, welche Rolle Selen und andere Antioxidantien bei der Verhinderung negativer Folgen spielen. Futter,Wetter, Infektionsdruck und stressige Perioden wie etwa die Transitphase führen zu einer höheren Bildung von freien Radikalen und reaktiven Sauerstoffverbindungen in der Zelle. Dies führt zu oxidativem Stress. Besonders betroffen sind Zellmembranen und die DNA aber auch  andere Körpergewebe können betroffen sein, was sich wiederum negativ auf Leistung, die Fruchtbarkeit und das Immunsystem auswirken kann.

Durch die Unterstützung des Antioxidationssystems können negative Folgen von oxidativen Stress verringert oder gar verhindert werden. Das Antioxidationssystem hat mehrere Funktionen, z.B. die Bildung von freien Radikalen zu reduzieren, durch Antioxidantien Schutz zu bieten und beschädigtes und oxidiertes Gewebe abzubauen oder zu reparieren. Selen im Besonderen aber unter anderem auch Vitamin C und Vitamin E sind für dieses System wichtig. Oxidativer Stress tritt besonders in Zeiten auf, in denen die Futteraufnahme schlecht ist. Eine gute Selenversorgung ist dann besonders wünschenswert. Selenomethionin (SeMet) ist die einzige Selenform, die in tierischem Gewebe gespeichert werden kann und so auch bei erhöhtem Bedarf verfügbar ist.

Der Selen Pathway
Im Körper sind von Natur aus verschiedene Selenoproteine vorhanden, die Selen in Form von Selenocystein (SeCys) beinhalten. Obwohl Selenoproteine aus SeCys bestehen, kann SeCys aus dem Futter nicht direkt in Selenoproteine eingebaut werden. Das SeCys wird zunächst in der Leber zu H2Se umgewandelt, bevor es als de novo gebildestes SeCys in die Selenoproteine eingebaut werden kann. Während der Produktion von Selenoproteinen wird entweder H2Se aus der Ration und/oder im Gewebe gespeichertes SeMet als Selenquelle genutzt. Gegenüber anderen Darreichungsformen hat SeCys daher keinen Vorteil, da es, wie mineralische Quellen auch, nicht gespeichert werden kann und zunächst in der Leber umgewandelt werden muss.

Selisseo
Selisseo von Adisseo ist ein Produkt, das aus 100% reinem Hydroxyselenomethionin besteht. Es widersteht eytremen Produktionsbedingungen und hat eine fast Vollständige Wiederfindungsrate: in Premixen aber auch in extrudierten Produkten. Aufgrund seiner homogenen Partikelgröße ist Selisseo nicht nur einfach sondern auch sicher  zu verarbeiten.

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