Tipps für die Hitzeperiode
Bei Hitze verdoppelt sich der Wasserbedarf Ihres Kalbes
„Bei Temperaturen von 30 °C verdoppelt sich der Flüssigkeitsbedarf Ihrer Kälber“, erklärt Kälberspezialist Henk Sijtsma. Er erläutert, wie Sie den Flüssigkeitshaushalt Ihrer Aufzuchtkälber aufrechterhalten können.
Der tägliche Flüssigkeitsbedarf eines Kalbes beträgt etwa 10 % seines Körpergewichts. Bei einem 50 kg schweren Kalb entspricht das fünf Litern Wasser pro Tag. „Steigt die Außentemperatur von 20 °C auf 30 °C, verdoppelt sich dieser Bedarf. Das Kalb benötigt dann nicht mehr fünf, sondern sogar zehn Liter Wasser pro Tag, um seinen Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten“, erklärt Henk Sijtsma. Daher ist es im Sommer besonders wichtig, allen Kälbern ab dem dritten Lebenstag uneingeschränkt Wasser zur Verfügung zu stellen
Milch allein reicht nicht aus
„Milch gelangt in den Labmagen und deckt den Nährstoffbedarf Ihrer Kälber. Wasser hingegen gelangt in den Pansen und deckt den Flüssigkeitsbedarf. Deshalb kann Milch nicht einfach auf die Wasserversorgung angerechnet werden“, betont Henk Sijtsma. „Fünf Liter Milch entsprechen nicht fünf Litern Wasser.“ Selbst bei einer unbegrenzten Milchversorgung bleibt der Bedarf an zusätzlichem Wasser bestehen. Studien zeigen, dass Kälber effizienter wachsen, wenn ihr Wasserbedarf gedeckt ist – unabhängig davon, wie viele Liter Milch sie erhalten
Uneingeschränkte Wasserversorgung stärkt die Abwehrkräfte
„Wenn der Wasserbedarf gedeckt ist, bleibt der Flüssigkeitshaushalt des Kalbes im Gleichgewicht. Untersuchungen zeigen außerdem, dass das Immunsystem dann besser funktioniert. Denken Sie beispielsweise an die Schleimhäute in Maul, Nase und Augen, die dadurch die richtige Feuchtigkeit und Konsistenz behalten. Das ist wichtig für den Schutz und die Widerstandskraft Ihrer Kälber“, fasst Henk Sijtsma zusammen.
Kälber sind empfindlicher gegenüber Hitzestress als Kühe
„Ein junges Kalb leidet schneller unter Hitzestress als eine Kuh. Ihre jüngsten Kälber sind schlichtweg empfindlicher, weil sie schneller Flüssigkeit verlieren und dadurch rascher dehydrieren“, erklärt Kälberspezialist Henk Sijtsma.
Im Vergleich zu einer Kuh besitzt ein Kalb eine deutlich größere Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpergewicht. Dadurch ist auch die Verdunstungsfläche größer. „Bei einer ausgewachsenen Kuh ist die Flüssigkeit stärker im Körper gebunden, während sich das Wasser bei Kälbern freier zwischen den Zellen befindet. Dadurch kann Flüssigkeit bei Wärme leichter verloren gehen. Hitzestress und Austrocknung drohen daher bei jungen Kälbern schneller als bei ausgewachsenen Kühen“, erläutert Henk Sijtsma. In der Praxis beobachtet er zudem, dass kleine Kälberrassen wie Jerseys besonders empfindlich auf Hitzestress reagieren.
Jüngere Kälber reagieren empfindlicher auf Hitze
Die thermoneutrale Zone eines jungen Kalbes liegt zwischen 15 und 25 °C. „Dabei spielt auch die Luftfeuchtigkeit eine Rolle, aber bereits ab etwa 20 °C beobachten wir einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf“, erklärt Henk Sijtsma. Mit zunehmender Pansenentwicklung kann ein Kalb seine Körpertemperatur besser regulieren und daher auch besser mit Wärme umgehen.
Auswirkungen von Hitzestress auf ungeborene Kälber
„Gegen Ende des Sommers beobachten wir häufig einen leichten Rückgang des TP-Wertes, also des Gesamteiweißgehalts im Blut von Kälbern“, berichtet Henk Sijtsma. Ein niedrigerer TP-Wert deutet auf eine geringere Aufnahme von Antikörpern aus dem Kolostrum hin. Ursache kann eine schlechtere Kolostrumqualität infolge von Hitzestress während der Trockenstehphase sein. Bei Kälbern, die nach einer Hitzeperiode geboren werden, zeigen sich gelegentlich ein geringeres Geburtsgewicht und eine etwas reduzierte Vitalität. In Kombination mit einer schlechteren Kolostrumqualität benötigt der Start ins Leben dann besondere Aufmerksamkeit.
Jüngere Kälber reagieren empfindlicher auf Hitze
Die thermoneutrale Zone eines jungen Kalbes liegt zwischen 15 und 25 °C. „Dabei spielt auch die Luftfeuchtigkeit eine Rolle, aber bereits ab etwa 20 °C beobachten wir einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf“, erklärt Henk Sijtsma. Mit zunehmender Pansenentwicklung kann ein Kalb seine Körpertemperatur besser regulieren und daher auch besser mit Wärme umgehen.
Henks Tipps für warme Tage
- – Stellen Sie allen Kälbern ab dem dritten Lebenstag uneingeschränkt sauberes und frisches Wasser zur Verfügung.
- – Sorgen Sie für Schatten über Außenhütten oder Außenställen, beispielsweise durch Planen oder Schattierungsnetze.
- – Nutzen Sie bei Bedarf Denkacare Vitalfort, um den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen.
- – Halten Sie Ihren gewohnten Tränkeplan bei.
Elektrolyte geben Sicherheit an heißen Tagen
Elektrolyte haben bei Kälbern in der heißen Jahreszeit einen ähnlichen Effekt wie eine Tasse Brühe beim Menschen: Sie helfen dabei, den Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten.
An warmen Tagen besteht insbesondere bei jungen Kälbern die Gefahr der Austrocknung, da ihr Flüssigkeitsbedarf deutlich ansteigt. Elektrolyte wie Denkacare Vitalfort unterstützen die Wasserspeicherung im Körper. „Elektrolyte helfen dabei, den osmotischen Druck in den Darmzellen aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen, sodass diese Flüssigkeit besser speichern können“, erklärt Henk Sijtsma. Bei Temperaturen über 25 °C oder hoher Luftfeuchtigkeit kann es daher sinnvoll sein, zwischen den Tränken Elektrolyte einzusetzen.
Zwei Arten von Elektrolyten
Zur Verfügung stehen zwei Elektrolytprodukte: Denkacare Vitalfort, das in Wasser aufgelöst wird, sowie die Brausetablette Denkacare Vitalrecover. „Bei Flüssigkeitsmangel wird das Blut des Kalbes zunehmend dicker und zähflüssiger, wodurch eine Übersäuerung entstehen kann. Vitalrecover verfügt über ein spezielles Glukose-Natrium-Verhältnis, das hilft, diese Übersäuerung beispielsweise nach Durchfall auszugleichen“, erklärt Henk Sijtsma. Für die vorbeugende Anwendung an warmen Tagen reicht Vitalfort häufig aus, um den Flüssigkeitshaushalt Ihrer Kälber zu unterstützen.
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